Mein Mio – Irgendwo in dieser großen Stadt

Irgendwo in dieser großen Stadt Berlin trafen sich im Sommer 2006 vier Männer um eine neue Band zu gründen. Jeder für sich hatte schon reichlich Erfahrungen in anderen Gruppen sammeln können. Nun wollten sie gemeinsam der deutschsprachigen Indiemusik ihre Sicht der Dinge hinzufügen. Mein Mio ward geboren. Drei Jahre ist das jetzt her. In dieser Zeit veröffentlichten sie zwei EPs und spielten zahllose Konzerte in ganz Deutschland. Im August 2008 wurden sie von Radio fritz, MDR Sputnik und you FM für den Radio-Award nominiert, und schafften es bis ins Finale. Endlich bekamen die vier die Aufmerksamkeit, die sie verdienten. Diese kann jetzt noch enorm gesteigert werden, denn das Debütalbum der Band liegt vor. ‚Irgendwo in dieser großen Stadt‘, so heißt die Platte, die mich als bekennenden Melancholiker gerade sehr begeistert. Die meist mit einer ordentlichen Portion Traurigkeit versehenen Texte von Sänger, Bassist und Songwriter Sebastian Block treffen hier auf großartige Poparrangements.

Den Anfang macht die schon bekannte Single ‚Wenn wir wüssten‘ mit ihrer einprägsamen Botschaft: Wir müssten / Wenn wir wüssten, was wir wollten / Nicht länger das tun, was wir sollten. ‚Nichts was hilft‘ erinnert an Momente der Hoffnungslosigkeit, Melancholie in Reinform. Das launige ‚Keine Lust auf morgen‘ ist eine trotzige Absage an das eigene Pflichtbewußtsein. Darauf folgt im besten Keane-Style die Liebesballade ‚Frag mich nochmal‘, die trotz ihrer Länge von knapp über fünf Minuten nie langweilig wird. Der Song ‚Sommer‘ ist eine gelungene Ode auf die heiße Jahreszeit. Be­son­ders ge­fällt mir da das tolle Gi­tar­ren­spiel von Simon Goldfain, das mich etwas an The Boxer Re­bel­li­on aus Lon­don er­in­nert.
Ein ganz besonderer Höhepunkt auf diesem an Höhepunkten reichen Album findet sich mit ‚Freitag‘. Zu einem zögernden Pianospiel gesellt sich die zart gezupfte Gitarre, bevor die Stimme von Sebastian Block erklingt und uns vom quälenden Gefühl des Wartens erzählt, das eine Wochenendbeziehung mit sich bringt. Die später noch dazukommenden Streicher komplettieren diesen ergreifenden Song. Großes Kino!

Mein Mio liefern mit ‚Irgendwo in dieser großen Stadt‘ eines der relevantesten Deutsch-Pop-Alben des Jahres ab, der gelungene Einstand in eine hoffentlich lang anhaltende Bandkarriere.

Anspieltipps: Wenn wir wüssten; Nichts was hilft; Sommer; Es gibt immer; Freitag; Irgendwo in dieser großen Stadt

Erhältlich als mp3-Download:

… oder als CD:

Wer Mein Mio live erleben möchte hat dazu in diesem Jahr noch reichlich Gelegenheit. Hier sind die Termine:

29.08.2009 Berlin, Festsaal Kreuzberg Record Release
11.09.2009 Berlin, Hofperle Neukölln Benefizkonzert zugunsten von Krebshilfe e.V.
25.09.2009 Magdeburg, Sackfabrik
26.09.2009 Brandenburg, Haus der Offiziere
03.10.2009 Leipzig, Horns Erben
09.10.2009 Usedom Heringsdorf, Kursaal Maritim Hotel Kaiserhof
10.10.2009 Hamburg, Silber
12.10.2009 Schwerin
16.12.2009 Berlin, Schokoladen

Mein Mio bei Myspace

3 Comments

  1. Léhcim

    Hey Felix. Ich glaub hier haste dich vertan ;-): „Be­son­ders ge­fällt mir da das tolle Gi­tar­ren­spiel von Da­ni­el Dar­i­us (spielt keys), das mich etwas an The Boxer Re­bel­li­on aus Lon­don er­in­nert.“

  2. Pingback: mob – Mich kriegt ihr nicht « Beautiful Sounds

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