Frank Popp – Receiver

Dass ein Musiker durch den Einsatz eines seiner Songs in der Cola-Werbung bekannt, und dann zudem dieser Song auch noch von den Hitradios totgedudelt wird, dass ist für so manchen Musiknerd Grund genug, diesen Künstler zukünftig mit Nichtbeachtung zu strafen. Frank Popp ist so ein Fall. Sein Song ‘Hip Teens Don´t Wear Blue Jeans’ ist an sich eine ganz veritable Party-Nummer, aber durch den massiven Radio-Einsatz im Jahre 2003 war er mir dann lange verhaßt. Da die Geschichte aber gut sechs Jahre her ist, habe ich inzwischen wieder ein unverkrampfteres Verhältnis zu diesem Hit. Und ich kann mich auch wieder dafür interessieren was dieser Frank Popp heute so treibt. Gerade hat er mit ‘Receiver’ sein drittes Album vorgelegt, und diese Platte hat es auf jeden Fall verdient hier von mir besprochen zu werden.

Gleich der rockige Opener ‘Burn The Bridges’ überrascht in positiver Hinsicht. Hatte Frank Popp bei seinen früheren Veröffentlichungen die Drums ausschliesslich aus Samples gebastelt, so hat er sich für das neue Werk Naked Lunch Drummer Alex Jezdinsky ins Studio geholt. Zusammen mit den in den Vordergrund gerückten Gitarren ergibt das einen sehr angenehmen Live-Sound. Die leicht verrucht klingende Stimme von Sängerin Sam Leigh-Brown weckt zudem Erinnerungen an Blondie. Aber Frank Popp ist nicht mehr nur rückwärtsgewandt. Er scheint sich auch sehr für die aktuelle Musikszene zu interessieren. So läßt er im Song ‘I Don’t Mind’ den walisischen Sänger Andy Jones ans Mikrofon, dessen Roseville Band in England gerade als das ‘next big thing’ gehandelt wird. Und auch eher langsamere Nummern versprühen ihren Reiz. In ‘Countdown To The Sun’ ist der ehemalige Blackmail-Sänger Aydo Abays zu hören. Und damit die Stimmung jetzt nicht kippt läßt Frank Popp darauf gleich das locker beschwingte ‘Change’ folgen, die aktuelle Singleauskoppelung. Ein Song, der bestimmt auf der einen oder anderen Party dieses Sommers für Stimmung sorgen wird. Und wer gerne einfach mal seine Seele baumeln lassen will, der findet im Titelsong ‘Receiver’ die passende musikalische Untermalung.

Frank Popp ist zwar auf seinem neuen Album dem Retro-Sound der 60er und 70er-Jahre treu geblieben, aber da er jetzt auf einen klareren Rocksound setzt, mit richtigem Schlagzeug und deutlicheren Gitarren, kommt das Ganze wesentlich sympathischer rüber als in seinen früheren Produktionen.

Frank Popp bei Myspace

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